GIMP - DAS Open Source Programm für Bildbearbeitung

Dienstag, 24. Februar 2009, 22:00   Bettina K. Lechner


Von der einfachen Bildkorrektur hin zu perfekten Montagen und effektvollen Retuschen

Mit GIMP (GNU Image Manipulation Program) bearbeiten, retuschieren, korrigieren Sie Fotos und erzeugen Grafiken wie Buttons, Banner oder sogar komplette Webdesigns.

Auch wenn GIMP für manche anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein mag – besteht doch das Programm aus mehreren schwebenden Fenstern – begeistert freilich schnell die Vielfalt und Professionalität der Funktionen, die durchaus hochwertigen kommerziellen Bildbearbeitungsprogrammen ähnlich sind und diese in manchen Bereichen sogar übertreffen.
Hochwertige Bildkorrekturen

Zu den häufigsten Korrekturen gehört das Auffrischen der Farben – genauer das Erhöhen des Kontrastes. Eine matte Aufnahme frischen Sie mit den Werkzeugen Werte und Kurven auf oder Sie versuchen einem der automatischen Tools für Farbkorrekturen, die GIMP bereitstellt. Etwaige Farbstiche verschwinden mittels Verschiebung der Farben in den einzelnen RGB-Kanälen. Geschärft wird mit der Unscharf Maskieren-Maske, einer Technik, die noch aus der analogen Fotografie stammt und Einzug in das digitale Zeitalter gefunden hat. Eingescanntes Bildmaterial hat oft andere Leiden, dazu gehören u.a. der Moiré-Effekt, den Sie mittels Weichzeichner im Werte-Kanal reduzieren oder unnatürlich wirkende Farben, die sich ebenfalls mit zahlreichen Werkzeugen am Farbkreis ins Lot bringen lassen.

Tools & Techniken

Selbstverständlich beherrscht GIMP die Ebenentechnik und Sie bearbeiten Ihre Bilder nicht-destruktiv durch den Einsatz von Ebenenmasken, z.B. um den Himmel aufzuheitern. DIe Auswahl lässt sich in Kanälen bzw. Pfaden speichern. Mit dem “Pfad-Werkzeug” erstellen Sie saubere Kurven und Linien.

Unerwünschte Objekte, Schmutzpartikel vom Objektiv, Hautunreinheiten etc. verschwinden mit den Werkzeugen Heilen oder Klonen. Mit “Perspektivischem-Klonen” berechnet GIMP in Echtzeit die Perspektive beim Einfügen des kopierten Bildmaterials.
Einzigartig ist auch das Vordergrundauswahl-Werkzeug, damit stellen Sie Menschen, Tiere, Autos etc. mit wenigen Klicks aus dem Hintergrund frei. Der Rote-Augen-Filter entfernt den gleichnamigen Makel automatisch.

Liest & schreibt zahrlreiche Dateitypen (sogar *.ico) und öffnet RAW-Dateien
GIMP kann mit einer ganzen Liste von Bilddateitypen arbeiten, u.a. auch *.ico, das selbst Adobe Photoshop nicht beherrscht. Und sogar RAW-Dateien lassen sich in GIMP über das UFRaw-Plug-In öffnen. In dem ausgefeilten Plug-In bearbeiten und justieren Sie Ihre Rohdateien in 16-Bit nach, in GIMP werden die Bilder dann als 8-Bit-Datei geladen und dort weiterverarbeitet.

Installation ganz einfach
GIMP läuft stabil und einwandfrei auf allen bekannten Plattformen. Als natives Linux-Programm ist es hier normalerweise standardmäßig installiert – meistens unter dem Bereich Grafik. Für Windows-AnwenderInnen ist es ganz einfach GIMP zu installieren: Laden Sie die Programmdatei von der offiziellen GIMP-Website www.gimp.org und installieren Sie diese wie gewohnt. Oder verwenden Sie die portable Version (http://portableapps.com/apps/graphics_pictures/gimp_portable), die Sie auf Ihren USB-Stick speichern und von dort ausführen können. Selbst auf Mac läuft GIMP problemlos, Sie benötigen zuvor X11, sozusagen als Basisplattform. X11 finden Sie auf Ihrer OS-X-Installations-DVD.

Fazit

  • GIMP ist professionell: reicht in zahlreichen Bereichen kommerziellen Bildbearbeitungsprogrammen ganz sorglos das Wasser. Einziges großes Manko ist das Fehlen einer ausgefeilten CMYK-Unterstützung und > = 16 Bit-Support.
  • GIMP ist kreativ: ist das richtige Programm für kreative, experimentierfreudige Köpfe im Hobby- und semiprofessionellen Bereich!
  • GIMP ist aktiv: Das Programm wird permanent weiterentwickelt und verbessert, es gibt eine rege Community, die bei Anliegen gerne hilft, z.B. auf www.gimpusers.de und auch ausreichend Fachliteratur wie z.B. “GIMP”, erschienen bei Addison-Wesley oder “Digital fotografieren - Gimp”, erschienen bei Markt und Technik.
    Zusätzlich gibt es eine praktische Trainings-DVD von video2brain.

Laden Sie doch mal GIMP von www.gimp.org (gratis!) und probieren Sie das Programm aus!

Kategorie: Interessante Tools, Magazin |

2 Kommentare

  1. Birgit Sagt:

    Ich wüßte gerne etwas genauer, wie ich eine Webseite mit GIMP erstellen kann.

  2. Bettina Lechner Sagt:

    GIMP ist ein Bildbearbeitungs und ggfs. ein Grafikprogramm. Sie können damit keine Website programmieren, sondern nur layoutieren, dh. die Vorlage designen.

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